7. Hofheimer Frühjahrsopen 2019

Fotos und Berichte


4. Tag des Frühjahrsopens 2019

Auf dem Weg zur Zielgeraden

Am Vormittag des vorletzten Tags kommen die beiden Großmeister nicht über ein Remis hinaus, während dem jungen Ruben Gideon Köllner ein Endspielsieg gegen IM Roman Khaetsky glückt:

7. Hofheimer Frühjahrsopen Weiß steht deutlich besser: Er mahlt zuerst und der weiße König steht zentral, während der schwarze auf die Grundreihe abgedrängt werden wird. 34.Tf6 Tg8 35.Txh6 Tg2+ 36.Kd3 Txa2 37.Th7+ Kf8 38.Kxd4 Ta5 39.h5 Td5+ 40.Ke4 Tb5 41.Kf4 a5 42.Ta7 Txb3 43.Txa5 Etwas einfacher war zuerst 43.Kg5, um den weißen König besser zu stellen und den schwarzen König weiter auf der achten Reihe festzuhalten. 43...Kg7 44.Ta6 Kh6 45.Txe6+ Kxh5 46.Tf6  Droht den Bauern vorzuziehen. Tb4+ 47.Kf5 Tb1 48.Tf7 Kh6

7. Hofheimer Frühjahrsopen Dieses Turmendspiel ist zwar "elementar", aber keineswegs einfach. 49.Kf6? Das erlaubt es dem schwarzen Turm, von der a-Linie aus maximaler Entfernung den weißen König zu belästigen. Besser war 49.Ta7! Tf1+ 50.Ke6 Kg6 51.Ta8 Kg7 (Nach 51...Tb1 52.Tg8+ kann sich der weiße König auf beiden Seiten des Bauern vor den schwarzen Turmschachs verstecken.) 52.Ke7 Tb1 53.e6 Tb7+ 54.Kd6 Schwarz leidet daran, dass sein Turm keine vier Linien vom weißen König entfernt Schach gibt, denn ... die a-Linie hat Weiß besetzt! Tb6+ 55.Kd7 Tb7+ 56.Kc6 und der Bauer läuft durch. 49...Tf1+ 50.Ke7 Ta1 51.Tf2 Kg6 52.Td2

7. Hofheimer Frühjahrsopen Kg7? Unter dem Druck des Gegners und der Uhr und vom langen Kampf ermattet, übersieht Schwarz den weißen Gewinnzug. 52...Ta7+ hält Remis: 53.Td7 Ta8 54.e6 Kg7 55.Td6 Kg6! 56.Td8 Ta7+ 57.Kd6 Ta6+ 58.Ke5 Ta5+ 59.Td5 Ta1 und Weiß kommt nicht weiter. Der weiße Turm kann nicht zugleich seinen König vor den Schachs schützen und den schwarzen König an der Annäherung an den Bauern hindern. 53.Tg2+ Kh7 54.e6 1-0









Währenddessen setzt im B-Open WFM Bruna Tuzi ihre Siegesserie fort -- Leidtragender ist diesmal Jürgen Stock -- und vergrößert damit ihren Vorsprung auf das Verfolgerfeld. Das Gleiche passiert im C-Open mit dem Sieg von Tabellenführer Maximilian Jung gegen Silas Hölß, da auch Christian Bär gegen Yannis Zimmermann das Nachsehen hat.


In der Nachmittagsrunde steht GM Vladimir Epishin lange Zeit kritisch gegen den jungen Bharath Subramaniyam, gewinnt dann aber im Turmendspiel. GM Maxim Turow bleibt ihm mit einem Sieg gegen Ruben Gideon Köllner auf den Fersen. Auch an den folgenden Brettern setzen sich die favorisierten Titelträger durch. Zwei Runden vor Schluss führt damit GM Epishin das Feld weiterhin an, einen halben Punkt vor GM Turow und IM Chekletsov. Einen weiteren halben Punkt dahinter folgen IM Khaetsky und FM Hacker. Aus diesem Kreis wird der Turniersieger kommen.

Im B-Open gönnt sich Tabellenführerin WFM Bruna Tuzi ihr erstes Remis gegen Verfolger Eduard Schwarz, während der andere Verfolger Florian Reichelt mit einem ganzen Punkt gegen Dimitrij Konstantinowskij etwas näher rückt. Auch Florian Stuhlmann ist erfolgreich (gegen Nikita Schubert) und hat noch gute Chancen auf einen vorderen Platz.

Auch im C-Open verliert der Tabellenführer seine blütenreine Weste. Maximilian Jung spielt unentschieden gegen Yannis Zimmermann, behält aber anderthalb Punkte Vorsprung auf nunmehr drei Verfolger. Wenn nicht noch etwas Außerordentliches geschieht, hat Maximilian den Sieg in dieser Gruppe sicher.
(Arno Zude)